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Wohnmobil-Rundreise durch Mittel- und Nordschweden – Teil 2

Kiruna

Polarkreis

Teil 2 unserer Wohnmobil-Rundreise durch Mittel- und Nordschweden: Unsere nächste Etappe „Polarkreis“ haben wir nach einer längeren Fahrzeit mit einer Übernachtung und vielen Pausen erreicht. Das regnerische Wetter lud zum „Kilometerfressen“ ein. Unterwegs haben wir schon gewettet, ob der Souvenirladen am Polarkreis geöffnet hat. Bisher hatten wir immer das Glück, einen geschlossenen Laden anzutreffen. Und so sollte es auch diesmal sein: „STÄNGT“ – der Souvenir-Laden war geschlossen. Genaue Öffnungszeiten sind uns unbekannt, vermutlich hat dieser nur in den Sommer-Monaten Juni – August geöffnet.

Polarkreis in Schweden
Polarkreis in Schweden

Uns ist es egal, ob der Laden auf oder zu hat. Mich hat das Geschäft einfach neugierig gemacht. Unabhängig davon ist es ein wunderschönes Gefühl, den Polarkreis zu überqueren. Dahinter erwartet uns Schwedisch-Lappland. Die Landschaft wird immer karger, viele Wälder, schnurgerade Straßen, unberührte, wilde Natur…

Gerade Straße in Schwedisch-Lappland

Jokkmokk und Laponia

Für viele Wohnmobilfahrer ist Jokkmokk, die erst Stadt hinter dem Polarkreis, das Ziel ihrer großen Schweden-Rundreise. Doch was erwartet diejenigen in der Stadt? Es gibt dort eine Handvoll Einzelhandelsgeschäfte, zwei Supermärkte und ein samisches Museum.

Knapp 100 km nördlich von Jokkmokk beginnen die vielen Abenteuer in den vier großen Nationalparks „Muddus, Stora Sjöfallet, Sarek und Padjelanta“. Diese vier Nationalparks gehören seit 1996 zum Weltkulturerbe „Laponia“. Der Sarek-Nationalpark ist bekannt für seinen fantastischen Ausblick in das Rappdalen.

Wir dachten uns, Laponia ist genau das Richtige für uns auf unserer Wohnmobil-Rundreise durch Mittel- und Nordschweden. Einzigartige Landschaften, große Wandertouren und viel unberührte Natur. Das Ganze mit unseren Hunden zu erleben wäre ein Traum. Bei dem Traum wird es leider auch immer bleiben, denn die vier Nationalparks haben das Betreten mit Hunden verboten. Es ist nur erlaubt mit Hund auf dem Kungsleden (Königsweg) zu wandern. Außerdem ist im Winter von Januar bis April ist das Betreten mit dem vierbeinigen Freund erlaubt.

So steuerten wir traurig und enttäuscht Richtig Kiruna und Abisko.

Abisko-Nationalpark

Am späten Nachmittag haben wir den Nationalpark in Abisko erreicht. Wir fuhren als erstes die dortige Tourist-Info an, um uns über die Wanderwege zu informieren. Kiruna haben wir uns für die Rückfahrt auf den Plan genommen.

Abisko-Nationalpark

An der Tourist-Info und auf dem großen Parkplatz am Bahnhof ist das Übernachten in Wohnmobilen verboten. Diese sind lediglich als Parkfläche für die Wanderungen vorgesehen. Entlang der E10 gibt es aber ein paar größere Parkplätze, auf denen das Übernachten mit Wohnmobil erlaubt ist. Zwar verläuft auf der einen Seite der Übernachtungsplätze die Europastraße, aber dafür liegt direkt auf der anderen Seite der riesige See „Torneträsk“. Diesen Herbst gab es sehr viele Wohnmobilfahrer, die auf den Parkplätzen geschlafen haben. Vereinzelt ist es möglich, dort seine Toilette und seinen Müll zu entsorgen. Die Frischwasserversorgung erfolgt nur über den Campingplatz in Björkliden oder an der Tankstelle.

So haben wir uns einen kuscheligen Parkplatz gesucht und eine relativ ruhige Nacht verbracht, obwohl die E10 direkt hinter uns verläuft. Am Abend und in der Nacht nimmt der Verkehr merklich ab.

Wanderung auf dem Rallarvägen nach Björkliden

Unsere erste Wanderung im Abisko Nationalpark ging direkt von dem Parkplatz los. Auf der anderen Straßenseite erreichten wir nach einem kleinen Anstieg die Holzkirche von Tornehamn, die sehr beliebt für Hochzeiten ist. Auch heute meinte es das Wetter nicht gut mit uns und leichter Nieselregen setzte ein.

Holzkirche von Tornehamn
Holzkirche von Tornehamn
Rallarvägen

Wir ließen uns nicht vom schlechten Wetter abhalten und setzten unsere Wanderung auf dem „Rallarvägen“ Richtung Björkliden fort. Der „Rallarvägen“ ist ca. 61 km lang und verbindet Kiruna in Schweden mit Narvik in Norwegen. Früher wurde diese Strecke für den Erz-Transport benutzt. Heute ist es ein einfacher breiter Wanderweg, der auch gerne von Mountainbikern benutzt wird. Bei feuchtem Wetter kann der Weg stellenweise sehr rutschig sein.

Björkliden

Der Weg führt uns durch die Birkenwälder rund um den Abisko-Nationalpark. Zwischendurch gab es fantastische Ausblicke auf die Bergformation des Lapp-Porten, leider im Nebel. In Björkliden passierten wir den Bahnhof und Campingplatz. Knackig ging es berghoch und der Weg führte und über das baumlose Fjäll zurück: im Herbst leuchtet dieses in den schönsten Rot-Tönen. Kurz vor unserem Abstieg erreichen wir eine kleine Hütte am Kratersjön und legen vor dem rutschigen und steilen Abstieg eine Rast ein.

Schutzhütte am Kratersjön
Schutzhütte am Kratersjön

Tornehamn war Ende des 19. Jahrhunderts ein belebter Ort mit vielen Geschäften, heute erinnert nur noch der übrig gebliebene Bahnhof, die Kirche und der Friedhof an die damalige Zeit. Den Friedhof erreichen wir direkt nach unserem Abstieg, er liegt in unmittelbarer Nähe der Holzkirche.

Übernachtung am Lapp-Porten?

Am späten Nachmittag fuhren wir noch einmal zu der Tourist-Info nach Abisko zurück. Wir wollten endlich mal eine Trekking-Tour mit unseren Hunden unternehmen und planten am Fuße des Lapp-Porten zu zelten. Wir hofften bei der Tourist-Info auf eine genauere Wettervorhersage. Es sollte etwas durchwachsen am nächsten Tag werden. Die Schweden sind hart im Nehmen und meinten „Ja, es ist möglich. Macht es einfach!“

Wanderung zum Paddus

Unsere Rucksäcke waren noch gepackt von unserem gescheiterten Plan, auf den Helags zu trekken, deswegen haben wir uns den Abend vorher Ruhe angetan und warteten den nächsten Morgen ab. Wie zu erwarten zeigte die Wetter-App, dass auch dieser Tag sehr durchwachsen werden würde. Wir waren uns unschlüssig, was wir machen sollten. Der Himmel war blau, aber Regen vorhergesagt. So beschlossen wir, ohne unsere Trekking-Rucksäcke eine Tages-Tour Richtung Paddus zu unternehmen.

Paddus – alte Kultstätte der Samen

Der Paddus ist eine alte Kultstätte der Samen, von der man einen tollen Ausblick zu Lappenpforte hat. Der Paddustrail ist sehr einfach zu laufen, er führt für viele Kilometer fast monoton durch Birkenwald. Erst wenige Kilometer vor dem Paddus nimmt der Wald ein Ende und wir bekommen einen wahnsinnigen Blick auf den Torneträsk.

Ausblick auf den Torneträsk mit Regenbogen
Ausblick auf den Torneträsk mit Regenbogen

Das Wetter hat sich mittlerweile auch schon wieder zugezogen, aber dafür beschert es uns einen tollen Regenbogen. Fast schon kitschig. Bei unserer Rast haben wir zwei ältere Schwedinnen getroffen, mit denen wir uns unterhalten haben. Sie haben von der Tourist-Info einen Tourenvorschlag erhalten. Dieser solle uns an dem Canyon entlang zurückführen, die Runde würde nur ca. 6 km lang sein.

Der Paddus-Trail würde uns den gleichen Weg wieder zurück zum Auto führen. Daher entschieden wir uns für den Tourenvorschlag der Schwedinnen. Aber zuerst wollten wir noch auf den Paddus laufen. Der Anstieg auf den Paddus ist nicht besonders steil oder anstrengend.

Paddus
Der Paddus-Berg

Das Plateau ist mit Bäumen und bewachsen, jedoch kann man an vielen Stellen den Ausblick genießen. Es gibt dort auch ein Gästebuch, in das sich jeder Wanderer eintragen kann.

Gästebuch auf dem Paddus
Gästebuch auf dem Paddus

So entschieden wir uns nun weiter durchs Fjäll zu laufen, wir wechselten ständig unsere Kleidung: Regenkleidung an und wieder aus.

Abikso-Canyon

Man hat tatsächlich einen tollen Blick auf den Canyon. Der Weg zurück zum Parkplatz führt für einige Zeit parallel am Canyon entlang.

Canyon im Absiko-Nationalpark
Canyon im Absiko-Nationalpark

Doch leider haben wir nach einiger Zeit den Weg verloren und waren etwas planlos bei Regen und 4 Grad im Birkenwald. Auch die Mücken waren noch sehr aktiv und dachten nicht daran sich von uns fern zu halten. Die Biester sind ganz schön robust. Auf unserer Karte konnten wir uns wieder orientieren und liefen auf den Kungsleden zu. Dieser führte uns dann auf ausgetreten Weg zum Wanderparkplatz nach Abisko zurück. Als Fazit können wir sagen, dass es eine tolle Wanderung ist, aber mit deutlich mehr Kilometern. Daher ist es sehr wichtig, immer genug Essen und Trinken dabei zu haben. Und wir waren froh, dass wir nicht gezeltet haben, denn es setzte bald wieder Regen ein.

Kiruna

Auch an den nächsten Tagen sollten wir von weiteren starken Regenfällen auf unserer Wohnmobil-Rundreise durch Mittel- und Nordschweden nicht verschont bleiben. So entschieden wir uns Richtung Kiruna zu fahren. Wir gönnten uns eine Nacht auf dem dortigen Campingplatz und mussten Berge an Wäsche waschen, denn bei so durchwachsenem Wetter werden die Klamotten ganz schnell dreckig.

Kiruna ist als die Stadt bekannt, die über die nächsten Jahre wegen des hohen Eisengehalts im Boden Stück für Stück umsiedelt. Das klingt spannend, dachten wir uns und wollten uns die Stadt am nächsten Tag näher anschauen. Leider wurden wir enttäuscht, denn Kiruna hat keine schöne Innenstadt, soweit sie denn vorhanden ist. Auch die Geschäfte lassen zum größten Teil zu Wünschen übrig. Aufgrund von Corona waren leider keine Besichtigungen der Erzgrube möglich, das wäre wirklich interessant gewesen.

Aussichtsberg Kiruna

Die Vorhersage für Polarlichter in der kommenden Nacht sollte ausgezeichnet sein, sternklarer Himmel. Direkt bei Kiruna gibt es einen Aussichtberg, der etwas abenteuerlich mit dem Wohnmobil zu befahren ist. Doch ist man oben angekommen, liegt einem die Stadt zu Füßen und man hat einen herrlichen Blick über die Birkenwälder bis zum höchsten Berg Schwedens, dem „Kebnekaise“.

Kebnekaise

Wir blieben lange bis tief in die Nacht wach und stellten uns zwischendurch auch den Wecker, so dass wir die Polarlichter nicht verpassen würden. Doch alle Anstrengungen waren umsonst, die Polarlichter wollten sich nicht zeigen. Am nächsten Morgen liefen wir mit unseren Hunden den „Midnattsol-Stigen“ einen kleinen markierten Pfad rund um den Aussichtsberg.

Kiruna
Ausblick auf Kiruna

Eis-Hotel in Jukkasjärvi

Der Plan für heute war nach Jukkasjärvi in das berühmte Eis-Hotel zu fahren. Mittlerweile gibt es ein 365-Tage Eis-Hotel, welches unabhängig vom Wetter ist. Das Hotel ist in einer großen Halle gebaut worden. Dort herrschen beständige – 4 Grad. So ist man für eine Besichtigung nicht mehr auf die Wintermonate beschränkt.

Eishotel in Jukkasjärvi

Nach dem Bezahlen der Eintrittskarten konnten wir uns wärmende Umhänge besorgen, die uns hervorragend vor der Kälte im Eis-Hotel schützten. Die Hotel-Zimmer sind alle frei zugänglich und jedes ist anders gestaltet. Hier kann man die Eis-Künstler live bestaunen. Wir fanden es wunderschön und empfehlen das auch an jeden weiter, der bis in den Norden Schwedens fahren möchte.

Trollforsen bei Moskosel

Unsere Wohnmobil-Rundreise durch Mittel- und Nordschweden führte uns nun wieder in südliche Richtung. Kurz unterhalb des Polarkreises in der Nähe des Ortes Moskosel befindet sich der Trollforsen. Dieses Schild haben wir schon öfters auf unseren Reisen gesehen und planten diesmal einen Abstecher dorthin, um den Trollforsen zu entdecken. In einer Übernachtungs-App wird der Trollforsen auch als Stellplatz empfohlen. Es warteten 16 km Schotterpiste durch den Wald auf uns bis wir am Fluss ankamen. Zu unserer Überraschung waren wir auch nicht das einzige Wohnmobil dort. Der Stellplatz am Flussufer ist ein Traum. Es gibt mehr als ausreichend Platz für über zwanzig Wohnmobile. Vereinzelte Feuerstellen laden an Sommerabenden zum Draußen-Verweilen ein.

Stellplatz Trollforsen bei Moskosel
Wanderung am Trollfrosen

Am nächsten Morgen wollten wir den markierten Wanderweg am Trollforsen ausprobieren, denn unsere Hunde wollten nach der längeren Fahrzeit auch wieder ausreichend bewegt werden. Über Stock und Stein liefen wir zu einer Hängebrücke und überquerten sicher den Fluss. Im Wald gab es hin und wieder kleine Markierungen, aber schnell verloren wir den ausgewiesenen Weg. Die Wege im Wald sind sehr abenteuerlich, teilweise verrottet und sehr rutschig. Daher fiel „unsere Wanderung“ etwas kürzer aus als geplant. Jedoch ist es lohnenswert über die Hängebrücke zu laufen und sich direkt rechts am Flussufer zu orientieren, denn hier kann man die Stromschnellen aus nächster Nähe bestaunen.

Auszeit in Lycksele

Unsere Reise ging am späten Vormittag weiter Richtung Lycksele. Dort wohnen Freunde von uns, die wir für ein paar Tage besuchten. Die Zeit verflog viel zu schnell. Es gab sehr viel zu erzählen. Im Mardseleforsen Naturreservat konnten wir unsere lang geplante Wanderung auf den Storliden endlich unternehmen. Die Wanderung ist nicht sehr lang, aber dafür geht es schön knackig berghoch. Oben angekommen wurden wir von einer fantastischen Aussicht über das Gebiet des Vindelälven belohnt. Auf dem Berg steht eine Hütte, in der man Feuer machen darf, sowie auch vor der Hütte ein Platz dafür vorgesehen ist.

Storliden

Björnlandet-Nationalpark

Für Wanderfans wie uns bietet Schweden 29 Nationalparks mit ausgeschilderten Wanderungen an. Der Besuch im im Björnlandet Nationalpark bot sich für unsere Reise Richtung an. Über 1.000 Jahre ist der Wald alt und hat jede Menge spannende Geschichten zu erzählen.

Wanderung Guldbäcksweg

Wir entschieden uns für die Wanderung Guldbäcksweg. Dieser führte uns durch den hügeligen Urwald des Nationalparks. Zu Beginn gingen wir über Holzbohlenbretter am Ufer des Sees „Angsjön“ entlang.

Eingang Björnlandet-Nationalpark
Eingang Björnlandet-Nationalpark

Nach der Weggabelung erzählt der Park von seiner Geschichte und wir entdeckten die ersten Brandnarben an den Bäumen und Baumstümpfen. Mehrmals hat es in dem Wald gebrannt, zuletzt 1970.

Der Weg führt nun auf weichen Wegen durch Fichtensumpfwald und später durch den Kiefernwald. Überall im Park gibt es große Felsen, die mit Flechten überzogen sind.

Leicht bergan geht es auf dem Berg „Björnberget“. Dort oben erwartete uns ein toller Rastplatz mit Bänken und Feuerstellen. Der Aussichtspunkt ließ unseren Blick zwischen den Bäumen auf den See „Angsjön“.

Aussicht auf Ängsjön

Nach einer leichten Passage bergab über Stock und Stein gingen wir immer tiefer in den Urwald hinein. Die Strecke wurde nun anspruchsvoller. Es gilt über Wurzeln und Steine zu laufen, die bei nassem Wetter sehr rutschig sein können.

Kurz vor der Angsjöhütte am See konnten wir nochmal intensiver die Geschichten rund um die Waldbrände im Nationalpark erleben. Hier stehen viele Bäume mit deutlichen Brandspuren.

Brandnarben
Brandnarben

Der Rückweg führte uns nun wieder über die Holzbohlen vorbei am See zurück zum Parkplatz. Bitte beachte, dass Du auf dieser Tour nur sehr wenige Stundenkilometer laufen kannst. Das Wandern im Urwald ist sehr anstrengend.

Ursprünglich hatten wir eine Nacht auf dem dortigen Parkplatz geplant, doch leider war unser Wassertank mehr als leer und so waren wir gezwungen zum nächst größeren Ort nach Asele zu fahren. Dort konnten wir an der Tankstelle Wasser auffüllen und an dem nah gelegenen See eine ruhige Nacht verbringen.

Storra-Dörren

In einem Wandergeschäft in der Stadt Are habe ich mir diverse Fjäll-Karten gekauft. Ich mag diese Karten sehr gerne, so habe ich direkt eine gute Übersicht von den Wandergebieten und bei mangelndem Handyempfang noch eine kleine Rückversicherung zwecks Orientierung. Wer sich schon einmal verlaufen hat, weiß wovon ich spreche. Auf einer der Karten ist ein wunderschönes Bild von der Bergformation Storra-Dörren abgebildet. Schnell war für uns klar: da wollen wir hin!

Storra-Dörren

In der Nähe von Ljungdalen befindet sich der kleine Ort Storsjö, unweit davon gibt es eine kleine Abzweigung Richtung Nordsätern. Dieser Weg ist typisch schwedisch ebenfalls geschottert und ein wenig buckelig zu fahren. Mit dem Wohnmobil war es einigermaßen machbar. Nach ca. 3 km erreichten wir den ersten Parkplatz am späten Nachmittag. Mit Auffahrkeilen konnten wir das Wohnmobil immer noch mit leichter Schräglage parken. Für eine Übernachtung sollte das reichen.

Parkplatz Storra Dörren
Erste Parkmöglichkeit Richtung Storra Dörren

Am nächsten Morgen packten wir unsere Rucksäcke für eine Tagestour. Die gesamte Wanderstrecke beträgt ca. 22 Kilometer. Von unserem Wohnmobil aus folgten wir den Fahrweg in nördliche Richtung. Der Fahrweg wurde immer mehr ausgewaschen und war mit tiefen Pfützen versehen. Am Ende des Weges befindet sich noch ein Parkplatz, der zwar gerade ist, aber fraglich, ob man hierhin mit dem Wohnmobil fahren sollte.

Zweite Parkmöglichkeit Richtung Storra Dörren
Zweite Parkmöglichkeit Richtung Storra Dörren

Hier steht auch eine kleine Siedlung von Holzhäusern, die scheinbar unbewohnt sind. Es wirkt mehr wie eine Sommersiedlung der Samen.

Häusersiedlung Nordsätern
Häusersiedlung Nordsätern

An der Brücke weist uns ein erste Schild Richtung Storra Dörren. Die Brücke besteht aus Gitterrost, hier sollte man schauen, ob die Hunde gut darüber laufen können.

Gitterrost auf der Brücke
Gitterrost auf der Brücke

Die Wanderung führt permanent entlang des Flusses hoch zu den Bergen des Storra Dörren. Teilweise muss der Fluss auch durchwatet werden. Im Herbst ist das Wasser allerdings nur knöchelhoch und stellt für die Hunde und uns kein großes Problem dar.

Flussdurchquerung
Flussdurchquerung

Die Bäume werden immer weniger und nach kurzer Zeit haben wir das Kahl-Fjäll erreicht. Die faszinierende Bergformation zeigt sich bei strahlendem Sonnenschein und die Motivation ist sehr hoch „ganz schnell“ dahin zu laufen.

Renvaktastugan

An der Hütte „Renvaktastugan“ legen wir eine kurze Rast ein, denn hier endet der markierte Wanderweg. Die Hütte ist im privaten Besitz und daher verschlossen. Draußen in der Sonne lässt es sich sowieso viel schöner aushalten.

Renvaktastugan
Renvaktastugan
Wanderung auf Trampelfpfaden

Ab jetzt heißt es „Finde den Trampelpfad und folge ihm!“ Leider hatten wir nicht unsere sieben Sinne beieinander und sind erstmal weit rechts vom Fluss durch das Gras gestapft. Immer mal wieder haben wir einen Trampelpfad entdeckt und auch genauso schnell wieder verloren. Das Wetter verschlechterte sich stark. Die Sonne verschwand, Wolken zogen auf und Schneeregen setzte ein. Wir ließen uns aber nicht beirren, denn wir wissen, dass sich das Wetter im Fjäll blitzschnell ändern kann. Eine halbe Stunde später waren die Wolken verschwunden und es schien wieder die Sonne. Aus diesem Grund ist es wichtig, immer einen Regenschutz dabei zu haben.

Storra Dörren

Nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten haben wir uns besonnen und sind dann dem Flussufer auf der rechten Seite gefolgt. Und sofort wurden die Fußspuren deutlicher. Die Wanderung nach Storra-Dörren ist ein wenig irreführend. Nach jedem Hügel dachten wir, bis zum nächsten Hügel laufen wir noch, mal schauen wie dort die Aussicht ist. Die Jagd nach dem besten Ausblick ließ uns weit laufen, aber der Ausblick war immer ähnlich. Das Wetter zog sich wieder zu und wir beschlossen, den Rückweg anzutreten und diesmal direkt am Flussufer entlang. Die Schuhe waren klitschnass und uns ein wenig kalt. Das Tal zwischen den Bergen wirkt wie ein Kanal durch den der Wind durchrauschen kann. Wieder trocken, erschöpft und glücklich haben wir unser Wohnmobil erreicht.

Flatruet

Zur Belohnung des Tages kochten wir uns Köttbullar auf der Flatruet. Die Flatruet ist die höchstgelegene Passstraße in Schweden. Auf unseren Wandertouren in den letzten Tagen merkten wir bereits, dass der Winter im Anmarsch ist. Das Laub war bunt gefärbt, die Temperaturen niedrig. Als wir am nächsten Morgen aufwachten, war die Flatruet bereits einige Zentimeter eingeschneit. Zuletzt waren wir im Juni dort und da waren noch die Schneereste auf dem letzten Winter zu sehen. Wie kurz der Sommer doch im Fjäll ist…

Flatruet im Schnee

Richtung Heimat

Für uns ein sicheres Zeichen unsere Wohnmobil-Rundreise durch Mittel- und Nordschweden weiter Richtung Göteborg zu lenken. Die Fähre der Stena Line hat uns sicher zurück nach Deutschland gebracht.

Wohnmobil-Rundreise durch Mittel- und Nordschweden – Teil 1

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Über mich

Sandra

Sandra

Hej, ich bin ein großer Fan von Skandinavien und liebe es jedes Jahr mit meinen Hunden für mehrere Wochen durch das Nordland zu reisen. Natürlich darf die Kamera dabei auch nicht fehlen, um die Erlebnisse für Euch festzuhalten. In diesem Blog möchte ich Euch Wanderungen und Reisetipps vorstellen, die wir bereits mit unseren Hunden gemacht haben.

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